Königliche Dienstsache 1846 von München nach Bern


Der abgebildete Brief ist in vielerlei Hinsicht bemerkenswert. In München am 4. Juli 1846 abgeschickt, war er an den kgl. Bayerischen Gesandten in Bern gerichtet und für die bayerische Strecke portofrei: vgl. den Vermerk links unten: «K.D.S» (Königliche Dienstsache). Vertragliche Vereinbarungen zwischen Bayern und den Schweizer Kantonen über die Portofreiheit in gegenseitigen Staatsangelegenheiten liegen uns nicht vor. Der Brief beweist aber, dass es solche Abmachungen gegeben haben muss.
Zwar finden sich, trotz des deutlichen Frankovermerkes links oben, eine Reihe von Antaxierungen auf dem Brief, sie wurden aber alle gestrichen. Rechts findet sich eine rote «4», offensichtlich vom Transitpartner Zürich angebracht. Rückseitig als Frankobetrag steht eine «8», die wohl bayrischen Ursprungs ist, vorderseitig dann eine «10», die anlässlich des Zustellversuches am ersten Bestimmungsort Bern angebracht wurde, ebenfalls gestrichen.
Die vielen Taxierungsversuche lassen den Schluss zu, dass die Erfahrung mit derlei portofreien Sendungen noch gering gewesen sein dürfte. Der Brief ist aber nicht zuletzt dadurch besonders hervorzuheben, weil er innerhalb der Schweiz nachgesandt wurde, und bei der erneuten Auflieferung den Stempel Bern P. R erhielt.