Buchbesprechungen
Rupert Hug
Hobby oder was? Ein Briefmarkensammler denkt laut nach Hobby oder was?
Das aussergewöhnliche Buch ist humoristisch, satirisch und mit profunder Sachkenntnis geschrieben. Sie werden über 120 Seiten viel Wissenswertes über die Philatelisten, Briefmarken und Geld, die Jury, die Briefmarkenhändler etc. erfahren. Garantiert werden sie schmunzeln bei dieser hervorragenden Lektüre, welche gekonnt von Nicole Stumm illustriert wurde. Herausgeber ist der Philatelistenverein Baden-Wettingen, Buch Nr. ISBN3-85545-067-6. Der Fonds zur Förderung der Philatelie hat das Buch grosszügig unterstützt. Zitat: «Um auch den - leider (zu) seltenen - Humor in der Philatelie zu fördern ...». Dieses Buch mit dem Vierfarben Umschlag kann direkt ab Verlag bezogen werden. Verkaufspreis Fr. 18.50 zuzügl. Porto und Verpackung. Verlagsadresse:
Hans F. Hunziker, R DP
Monographie «Die Winterthur»
Marke der Übergangszeit 1850
Format 17,5x25 cm, fester Einband. 48 Seiten, mit ca. 40 s/w Abbildungen und 8 Vierfarben-Abbildungen. Doppelseite mit den 50 Feldmerkmalen des durch Hunziker rekonstruierten Markenbogens. Preis Fr. 48.-.
Aus der kompetenten Feder des bekannten Philatelisten und Experten Hans F. Hunziker ist im Verlag Zumstein & Cie., Inh. Hertsch & Co., Bern, eine postgeschichtlich und philatelistisch höchst interessante Monographie über die während der Übergangszeit von der kantonalen Zürcher Postverwaltung in die eidgenössische Post herausgegebene Lokal-Marke, die von den Briefmarken Sammlern liebevoll «die Winterthur» benannt wird, erschienen.
Empfehlenswert für jeden Briefmarken-Sammler, der sich nicht allein ausschliesslich für Marken interessiert, sondern auch für deren Geschichte und Hintergründe, wie auch über das Vorkommen, ihre Seltenheit und über die bekannten Fälschungen.
Joos Dünki/Hanspeter Bohlen
150 Jahre Post im Embrachertal
Dokumentation zum Jubiläum der Eröffnung des ersten Postbüros im Embrachertal am 1. Juli 1842 in Rorbas. 60 Seiten, Format 20x20 cm, mit zahlreichen Illustrationen, Überweisung auf Postcheckkonto Winterthur 84-23043-9, Joos Dünki. Kontaktadresse: Joos Dünki, Ebnetstrasse 10, 8424 Embrach.
Eine Broschüre nicht nur für postgeschichtliche Sammler und allgemein Postinteressierte, sondern auch für Leute, die mehr wissen wollen über die Entwicklung der Gemeinden im Embrachertal. Ein übersichtlich gestaltetes Werk, das viel Interessantes zu bieten vermag. Kurze Inhaltsübersicht: Allgemeines zur Entwicklung des Postwesens von den Botenrouten bis zur heutigen Post. Entwicklung des Postwesens in den einzelnen Gemeinden der Talschaft. Stempel und Belege aus den letzten 150 Jahren. Die Erschliessung des Tales mit Telefon und Telegraf. Die Poststellenleiter der einzelnen Gemeinden der letzten 150 Jahre. Ein alles in allem interessantes Werk für «Postgeschichtler» wie auch für alle, die Interesse an der Entwicklung der Post im Einzugsgebiet von Zürich haben.
Kurt Baumgartner
Catalogo dei bolli di franchigia e sigilli delle Municipalitä Ticinesi 1801-1900
Das Buch ist nicht nur ein kompletter Katalog der Portofreiheits- und Siegelstempel der Gemeinden des Kantons Tessin: es enthält auch eine historische Bestandesaufnahme über die Herkunft der Stempel und Siegel der Ämter und Behörden, die die Portofreiheit genossen. Die Zeitperiode umfasst die Jahre 1801 bis 1900, welche für die Geschichte des Kantons Tessin von besonderer Bedeutung sind. Der Katalog ist in Kapitel unterteilt, die ein einfaches Auffinden eines bestimmten Stempels oder Siegelserlauben. Der erste Teil umfasst die Portofreiheitsstempel der Behörden, der zweite Teil umfasst die Siegelstempel der Gemeinden. Für jeden Stempel und jedes Siegel sind die bekannten Gebrauchsdaten, die Stempelabdruckfarben, die Abmessungen, der Abdruck in Originalgrösse und eine Wertangabe in Punkten angegeben.
Mit elegantem, farbigen Einband. 500 Seiten, wovon 200 Textseiten. 200 Fotos von Dokumenten und Briefen, 1245 Abbildungen von Stempeln und Siegeln. Format 21 x 29,7 cm. Der Katalog wird ab Ende September 1993 verfügbar sein. Preis Fr. 95.- zzgl. Porto + Verpackung; Bestellung durch Zahlung auf PC 69-8944-6, Kurt Baumgartner, CH-6852 Genestrerio.
Liestaler Beiträge zur Post- und Aviatikgeschichte der Region Basel
Unter diesem Titel gab der BriefmarkensammlerVerein Baselland anlässlich der in Liestal stattfindenden Tagen der Aerophilatelie eine Jubiläums Broschüre heraus, die die Aufmerksamkeit der Luftpost- und Heimatsammler verdient. Auf 94 Seiten im A5-Format, in vorzüglicher Druckqualität, sind sieben Artikel aus der Aviatik- und Philatelie-Geschichte der Regio Basilensis mit vielen Abbildungen zusammengestellt:
- Einführung ins Luftpost-Sammeln - Basel im Zeichen der frühen Luftfahrt - Postgeschichtliche Anmerkungen zur «Ersten Schweizerischen Flugpost» vom 9. März 1913 - Der Liestaler Flugtag und die sechs Typen des Liestaler Vorläufers - Oskar Bider, der Bezwinger der Pyrenäen und Alpen - 150 Jahre «Basler Taube» - Die Postgeschichte und die Poststempel der Stadt Liestal bis 1900.
Den Autoren ist es gelungen, auch bisher unbekannte Fakten aufzuspüren. So sind z.B. die sechs Typen des Liestaler Flug-Vorläufers (Zumstein Nr. VIII) zum ersten Mal genau beschrieben. Aus der Lebensgeschichte Oskar Bider's sind bisher unveröffentlichte Einzelheiten wiedergegeben, und von den alten Liestaler Poststempeln sind bisher fünf noch nicht in den Katalogen zu finden. Das kleine Büchlein sollte in keiner philatelistischen Bibliothek fehlen. Den Autoren Urs Hermann, der auch für die redaktionelle Arbeit zeichnet, sowie Richard Wagner, Peter Meier, Eugen Schwarz und Hans Peter Renggli gebührt der Dank der Schweizer Sammlergemeinde, nicht zuletzt aber auch dem Präsidenten des Briefmarkensammler-Vereins Baselland, Max Sutter, der damit den Tagen der Aerophilatelie in Liestal ein bleibendes Denkmal gesetzt hat. Dank grosszügiger Spenden konnte der Preis für das Büchlein auf nur 15 Franken festgesetzt werden. Es ist erhältlich durch Einzahlung dieses Betrages, der die Versandkosten mit einschliesst, auf das Postcheckkonto des Vereins Nr. 40-9835-9.
Hans-Henning Gerlach
Philatelie für Kenner, Könner und Kanonen
Der Münchner Autor und Kartograph Hans Henning Gerlach gab 1992 seine neueste Arbeit heraus: eine, welche es mit dem Ernst des Briefmarkensammelns nicht so genau nimmt. Das Buch enthält im ersten Teil Schüleraufsätze, Gedichte - selbst Wilhelm Busch und Joachim Ringelnatz werden zitiert - sowie Cartoons in reger Abwechslung. Viele Philatelisten werden sich hier wiedererkennen. Der zweite Teil besteht aus einem «Fachlexikon für den Briefmarkenabhängigen» — bei diesen humoristischen Interpretationen darf kräftig geschmunzelt werden.
Abgerundet wird das 76-seitige Buch durch die Korrespondenz des Autors mit bedeutenden Personen der Philatelie, die ihm «auf den Leim gegangen waren», sodass H.H. Gerlach durchaus als «Kurt Felix» der Philatelie bezeichnet werden darf. Unmöglich? Überzeugen Sie sich selbst. Das Buch ist zu beziehen durch das PHILATHEK-Literaturversandhaus, Mozartstrasse 67. D-89551 Königsbronn zum Preise von DM 20-, inkl. Porto.
Friedrich Spalink
Die Deutschen Hufeisenstempel. 4. vollständig überarbeitete und ergänzte Auflage.
Ca. 200 Seiten 14 x 20,5 cm Leineneinband; erhältlich beim Peter Feuser Verlag, Haußmannstr. 30, D-70188 Stuttgart l, zum Preis von 75- DM.
Seit nunmehr über hundert Jahren haben Philatelisten den Hufeisenstempeln besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Detailliert hat über sie allerdings erst Marbach 1930 in der Zeitschrift «Das Postwertzeichen» berichtet. Seitdem sind immerhin zweiundsechzig Jahre vergangen, in denen sich eine Reihe namhafter Philatelisten um die weitere Erforschung dieser Stempel - zumeist auf Teilgebieten - bemühten und darüber berichteten. Mit der Herausgabe - besonders der ersten und zweiten Auflage - des Handbuchs über die deutschen Hufeisenstempel - wurde ein geradezu hektisches Suchen und Registrieren durch eine Vielzahl Interessierter auf diesem Gebiet ausgelöst. Erstaunlicherweise konnte auch nach all diesen Jahren intensiven Nachforschens noch Neues zutage gefördert werden. Das Ergebnis ist nun in der 4. Auflage nachzulesen. Auch sie bietet wieder eine vorbildliche Darstellung und Einleitung in die Materie, in der neben Wiedergabe von Verordnungen die Darstellung der Stempel in Wort und Bild hervorzuheben sind. Dabei kommen nicht nur die Hufeisenstempel zu ihrem Recht.
In dem sich anschliessenden Katalogteil ergänzen zahlreiche Informationen die gezeigten Stempel. Neben der Verwendungszeit, der Charakteristik, Farbe der Stempel und einer ausführlichen Beschreibung weiterer Besonderheiten, erfolgt die Bewertung in Form einer Punktbewertung. Neu ist, dass die im Katalogteil genannten Stempeltypen, die durch Neu- und Nachgravur sowie Aptierung entstanden sind, im Anschluss an die betreffenden Urstempel in der Aufeinanderfolge dieser Änderungen aufgeführt werden. Geändert wurde auch die Form der Numerierung. Bei den Ortsnummern ist auf die Klammern, das Symbol für Hufeisenstempel, verzichtet worden. Die Punktebewertung wurde beibehalten, jedoch übersichtlicher gestaltet. Zusätzliche Bewertungen von mit Wertzeichen frankierten Ganzstücken tragen dem Trend, «Briefe» zu sammeln, Rechnung. Dass diese Stempelform einen solch grossen Interessentenkreis hervorbringen würde, hätte sich der Stempelgraveur und -hersteller der meisten Hufeisenstempel, Julius Klaucke, wohl nicht träumen lassen. Auch dieses Standardwerk wird einen Stammplatz in der hochwertigen philatelistischen Literatur einnehmen. Ein erneutes Paradestück aus dem Feuser-Verlag, ohne Zweifel.
G.S. Ryan
Die seltensten Mischfrankaturen von Ungarn
dt. Übersetzung von J.J. Volny; Hrsg.: Royal Philatelie Society, London; Handbuch und Katalog, Preis je Band 210 DM (sFr 190,-), portofrei in Europa, ausserhalb Europa Porto extra; zu beziehen bei: Confide Global SA, Gottfried-Keller-Str. 7, CH-8001 Zürich; Kto. Schweizerische Kreditanstalt, CH-8021 Zürich, Kto. 251199-01.
Beide Werke enthalten Darstellungen und Notierungen zu den sammlerischen Abschnitten «Mischfrankaturen zwischen der 1. und 2. Ausgabe von Österreich in Ungarn gebraucht», «Mischfrankaturen zwischen der 5. Ausgabe von Österreich als ungarische Provisorien und der Ausgabe 1867» sowie «Mischfrankaturen der Ausgabe 1867 mit der Ausgabe 1871 im Stein- und im Kupferdruck».
Der Katalog erfasst alle bisher bekannten Belege auf Brief oder Briefstücken in chronologischer Nummernfolge, auf Nettobasis in Schweizer Franken bewertet, fast alle erscheinen in Abbildung. Geboten wird ein historischer und philatelistischer Überblick für jedes Kapitel und Landkarten mit Lage der Postämter, von denen Mischfrankaturen bekannt sind. Heraus kam ein umfassendes Nachschlagewerk für den Österreich-Spezialsammler und Liebhaber klassischer Mischfrankaturen.
Leider gibt es nur eine beschränkte Auflage von 150 numerierten Exemplaren in deutscher und 135 numerierten Exemplaren in englischer Sprache. Ca. 230 Seiten, davon 64 Farbtafeln, Druck und Einband in Halbleder von gediegenster Qualität.
Peter Feuser
Die Nummernstempel der Altdeutschen Staaten
208 Seiten 14x20,5 cm Leineneinband; erhältlich beim Peter Feuser Verlag, Haußmannstraße 30, D-70188 Stuttgart l, zum Preis von 75,- DM.
Nachdem der hervorragende Altdeutschland Spezialkatalog von Hans Grobe (1975) schon seit vielen Jahren vergriffen ist, machte sich das Fehlen einer vollständigen Katalogisierung aller altdeutschen Nummernstempel für viele Sammler und Händler schmerzhaft bemerkbar.
Der Autor legt auf Wunsch zahlreicher Interessenten den kleinen Spezialkatalog vor. Das handliche Buch soll lediglich den Zweck erfüllen, schnell und auf übersichtliche Weise gesuchte Nummernstempel geografisch zuordnen und ihren Wert feststellen zu können. Auf umfangreiches textliches Beiwerk wurde deshalb ebenso verzichtet wie auf grosszügige Illustrationen. Erstmals wurde für alle altdeutschen Nummernstempel eine Briefbewertung aufgenommen.
Neben der Zuordnung der einzelnen Nummernstempel zum Verwendungsort befinden sich zusätzliche statistische Angaben, die es ermöglichen, diesen Ort ziemlich genau geografisch einzugrenzen. Eröffnungsdaten der Postämter werden dann erwähnt, falls sie für die Verwendungszeit der Nummernstempel von Bedeutung sind. Die Bewertungen wurden der Marktlage angepasst. Dies bedeutet, dass bei grossem Interesse durch Heimatsammler der Wert entsprechend der Nachfrage angesetzt wurde. Das Standardwerk zeichnet sich durch die übersichtliche und handliche Form aus. Ein Werk, das allein schon darum einen hervorragenden Platz in der philatelistischen Literatur einnehmen wird. Es wird ihn aber natürlich schon darum gewinnen, als jetzt endlich Transparenz auf diesem Markt geschaffen wird: Es wird jetzt nachvollziehbar, wenn auf Auktionen billigste gebrauchte Altdeutschlandware mit Stempelspezialitäten das zigfache an Preisen erzielt.